Samstag, 23. März 2019

Zwangseinweisung in die Psychiatrie UPD Waldau AG - Teil 2

Fortsetzung von Teil 1:
Für weiterführende Lektüre siehe auch Facebook-Account Stefan Theiler - Chefarzt bei Dr. Strangelove Videoapothek...



Auf dem Weg ins Irrenhaus fuhren wir an einem Autounfall vorbei. Ich beobachtete die Polizisten im Auto, wie sie ihrer Arbeit nachgingen und bemerkte, dass für diese Fälle die Polizei durchaus ihre Existenzberächtigung hat. Kurz danach kamen wir auf dem Gelände der universitären psychiatrischen Dienste an. Eine 5-köpfige Gruppe, bestehend aus dem Pflegepersonal und dem Assistenzarzt Francesco Greco wartete im Seiteneingang des Hauptgebäudes auf euren Freund und aufrichtigen Erzähler. Der mazedonische Polizist der KaPo Bern öffnete die Tür. Ich durfte aussteigen. Dieses Mal ohne, dass ich in Handschellen gefesselt war. Man überwies mich dem "Pflegepersonal". Ich bevorzuge den Ausdruck Gefängniswärter. Ich begrüsste das Grüppchen freundlich und war überglücklich, dass ich den langhaarigen Assistenzarzt bereits von einer gemütlichen Runde im 3 Eidgenossen kannte. Herr Greco, ein ausgebildeter "Büsiater" aus Italien, war mir übrigens auch schon bei meiner 1. Zwangseinweisung vor 3 Jahren zugewiesen worden. Weitere Informationen zu dieser 1. fürsorglichen Unterbringung finden Sie auf diesem Blog oder auf meinem Facebook-Account


"Blöd nur, dass das Wochenende bevorsteht", sagte mir Herr Greco. Der feinfühlige Assistenzarzt erkannte auf den ersten Blick, dass ich geistig kerngesund war und dass weder eine Fremd- oder Selbstgefährung bei Stefan Theiler vorliegen kann. Also folgte ich schön brav dem Grüppchen in den 1. Stock, wo man mich in die geschlossene Abteilung "Schönberger" einwies. Knapp ein Drittel der dort stationierten 20 Patienten, Patientinnen und Insassen sind übrigens dunkelhäutig. Die Zuwanderung rendiert für die Pharmaindustrie, dachte ich mir. Denn die Krankmacherbranche kann durch unser obligatorisches Krankenkassen- (= Ran an die Kasse) und Sozialsystem nun auch die Ausländer_innen missbrauchen, um die Betten der Aktiengesellschaften auszulasten.

Filmausschnitt aus Zelig (Woody Allen, MGM, 1983)

Man führte mich dem Oberarzt vor, ein äusserst sympathischer und gutaussehender Dr. Nicolas Moor. Ich erzählte ihm meine unglaubliche Geschichte. Er fragte mich, ob ich Orfiril einnehmen wolle. "Wir könnten mit einer Dosis von 500 mg starten", meinte der Büsiater. Vor drei Jahren lag die Einstiegsdosis noch bei 300 mg. Ich verneinte vehement und dachte im Stillen, dass die Pharmalobby in den vergangen Jahren auch im Handlungsfeld der Dosierung hervorragende Arbeit geleistet hatte. Er wollte mir dann wenigstens Baldriantropfen zum Schlafen verschreiben. Ich fühlte mich in meiner These bestätigt, wonach "Büsiaters" in unserem System lediglich zu Absatzhändler der Pharmaindustrie verkommen sind.


Auch der mir zugewiesene Oberazt erkannte keine Psychose bei mir und musste herzhaft lachen, als er die Diagnose "Abstammungswahn" auf dem Diagnoseblatt von Dr. Reuss und Dr. Maria Eder las. Doch in ernster Mine teilte er mir mit, dass ich frühestens morgen aus der Psychiatrie entlassen werden könne. Wenn man per FU (Fürsorgliche Unterbringung) eingewiesen wird, dauert es im Normalfall viel länger. Im Zuge der neurolinguistischen Programmierung (NLP) hat man das staatlich verordnete Kidnapping "Fürsorglicher Freiheitsentzug (FFE) in fürsorgerische Unterbringung (FU) umgetauft. Tönt irgendwie humaner und harmloser als Freiheitsentzug...

Fortsetzung folgt...



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